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TATORT KONSTANZ

Der "Tatort"-Krimi mit Schauplatz Konstanz gehört zu den schlechten. Regelmäßig wird die Konstanzer Geographie verdreht: Da fährt einer angeblich in die Schweiz, steht aber auf der Fähre nach Meersburg. Da fährt einer angeblich mit dem Auto von Konstanz nach Zürich, ist aber zur Insel Reichenau unterwegs. Von mir aus mag das künstlerische Freiheit sein. Welcher Beitrag zur Kunst wird damit geleistet? Soll das der Zauber der Dummheit sein?

Ein paar Worte zur letzten Folge, die am 25. Dezember 05 gesendet wurde. Zwei gute Schauspieler aus dem Stadttheater Konstanz treten auf. Der eine tritt zwei Sekunden als Museumsbesucher in Erscheinung. Der andere schaut angestrengt in ein optisches Gerät, torkelt ein paar Sekunden herum, keilt sich mit einem anderen und liegt schließlich als Leiche da. Man hätte noch einen Professor der Universität Konstanz zeigen können, der sich den Allerwertesten abwischt - nach dem Motto: setze in Nebenrollen hochqualifizierte Leute ein. – Die Hauptdarstellerin, Eva Mattes, ist wie immer unterfordert, aber sie bekommt wenigstens anständig Geld dafür. Dann wird eine unglaubwürdige Liebesgeschichte durchgezogen, die immer zäher und zäher wird und mühsam endet. Wer der Mörder war, ist eigentlich wurscht.

Mit einem schalen Nachgeschmack ob der vertrödelten Zeit frage ich mich: Wieso lässt der SWR die unfähigsten Regisseure auf den Konstanzer Tatort los? Wieso verweigert die Stadt Konstanz diesen Stümpern nicht die Drehgenehmigung?

Haben die Fernsehleute meine Kritik gelesen? Nicht anzunehmen. – Am 26. März 06 habe ich mich vor den Fernseher gesetzt, wild entschlossen, den Konstanzer Tatort-Krimi nach 5 Minuten wegzuknipsen. Aber siehe, da: als hätten sie geahnt, dass ich solches tun will, kam eine spannende Geschichte auf den Bildschirm: "Der schwedische Freund", verkörpert von Peter Simonischek. Regie: Uli Möller. Ich habe den Film zu Ende geguckt. Lob! War gut. – Also Stadt Konstanz: dem Möller dürft ihr die nächste Drehgenehmigung erteilen!
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